Rapsöl für alle Fälle

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Rapsöl ist geschmacks- und geruchsneutral und lässt dem Aroma der frischen Zutaten den Vortritt. Der hellgelbe „Alleskönner“ ist hitzestabil bis 180 °C und absolviert alle Küchendisziplinen mit Bravour: Kochen, Backen, Dünsten, Braten und Frittieren.

 

Herstellung

Wichtig bei der Herstellung von Rapsöl ist die Qualität der Rapssaat als Ausgangsstoff. Sie darf zum Beispiel nicht zu viel Wasser enthalten. Deshalb wird jede Lieferung Rapssaat, die bei der Ölmühle ankommt, zunächst im unternehmenseigenen Labor untersucht. Wenn das Ergebnis einwandfrei ist, kommt der Raps in Silos, wo er bis zur Weiterverarbeitung gelagert wird.

Vor dem eigentlichen Pressvorgang wird die Saat in den großen Ölmühlen gereinigt, anschließend zerkleinert und erwärmt, um das Abfließen des Öls zu erleichtern. Das Öl wird in einer so genannten Schneckenpresse, dem "Herz" der Ölmühle, gewonnen. Das ist eine Art gigantischer Fleischwolf, in dem die Rapssaat mechanisch Druck ausgesetzt wird. Gleich mehrere dieser beeindruckenden "Schnecken" bearbeiten Millionen kleiner Saatkörner. Neben dem Öl bleibt dabei der Presskuchen übrig, der einen Restölgehalt von 6 bis 12 Prozent aufweist. In einem Extrakteur wird der Presskuchen bis auf 1 bis 2 Prozent weiter entölt. Der eiweißhaltige Presskuchen wird als Rapsschrot in der Tierfütterung eingesetzt. Das Rapsöl wird anschließend in verschiedenen Schritten von Trüb-, Farb- und Geschmacksstoffen befreit. Das Ergebnis: ein hellgelbes, klares, geruchs- und geschmacksneutrales Öl mit vielen hochwertigen Fettsäuren. Mehrere Hundert bis Tausend Tonnen Saat können je nach Größe der Ölmühle auf diese Weise an einem Tag verarbeitet werden. Das fertige Rapsöl wird in Flaschen, Kanister, Tanklastzüge und Container abgefüllt.

 

Einkauf

Wer beim Einkauf unsicher ist, ob er eine Flasche Rapsöl oder kaltgepresstes Rapsöl in der Hand hält, weil man z. B. in der Lichtschutzflasche die Farbe des Öls nicht erkennen kann, sollte einen genaueren Blick auf das Etikett werfen. Steht dort als Produktbezeichnung ausschließlich „Rapsöl“ ohne einen ergänzenden Zusatz wie „kaltgepresst“ oder „nativ“ handelt es sich immer um das geschmackneutrale Küchen-Multitalent.