Von Natur aus ausgewogen

Rapsöl hat Karriere gemacht. Kein Wunder: Ernährungswissenschaftler geben dem wertvollen Speiseöl aus Rapssaat Bestnoten. Für eine ausgewogene Ernährung ist das wichtigste heimische Öl optimal, seine Fettsäurenzusammensetzung mustergültig und für unseren Körper wahrscheinlich günstiger als alle anderen Pflanzenöle. Die Merkmale: ein hoher Gehalt an Ölsäure, ein moderater Gehalt an Linolsäure und wenig gesättigte Fettsäuren. Der besondere Clou des Rapsöls, bei dem viele andere Öle passen müssen: ein relativ hoher Anteil an Alpha-Linolensäure, einer für Herz und Kreislauf günstigen Omega-3-Fettsäure. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Rapsöl ebenso wie verwandte Institutionen in der Schweiz und in Österreich.

Die Deutschen essen vom falschen Fett zu viel und vom richtigen zu wenig, so ein Ergebnis der „Nationalen Verzehrsstudie“. Sie zeigt, dass etwa drei Viertel unseres Nahrungsfettes aus fettreichen Lebensmitteln stammen. Doch Fett ist nicht einfach Fett. Dies ist eine Binsenweisheit, die aber entscheidende Bedeutung hat, wenn es um die Qualitätsbeurteilung von Speiseölen geht. Denn mit diesen versteckten Fetten nehmen wir vor allem zu viele gesättigte Fettsäuren auf, die den Cholesterinspiegel sowie das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und Übergewicht erhöhen. Speiseöle und -fette machen nur ein Viertel des Gesamtfettes aus. Dabei sind Speiseöle die wichtigsten Lieferanten von gesundheitsfördernden ungesättigten Fettsäuren und ein Blick auf ihre Zusammensetzung ist entscheidend.

 

Fettsäuren sind die wichtigsten Komponenten der Nahrungsfette. Sie werden nach ihrer chemischen Struktur in drei Gruppen unterteilt: gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Bei letzteren unterscheidet man nochmals die beiden Familien Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Öle enthalten im Unterschied zu festen Speisefetten mehr ungesättigte als gesättigte Fettsäuren, wobei Rapsöl mit nur 6 Gramm gesättigten Fettsäuren pro 100 Gramm den niedrigsten Wert aufweist.

Einfach gut

Wurden früher ausschließlich den mehrfach ungesättigten Fettsäuren positive Wirkungen auf den Blutcholesterinspiegel zugeschrieben, so ist heute bekannt, dass die einfach ungesättigten Fettsäuren, wie die im Rapsöl reichlich vorkommende Ölsäure (59 Gramm/100 Gramm), einen mindestens ebenso positiven Einfluss haben. Die Ölsäure verbessert die Balance der Blutfette. Das bedeutet: Sie lässt das „günstige“ HDL-Cholesterin weitgehend unbeeinflusst, senkt das „ungünstige“ LDL-Cholesterin und leistet somit einen Beitrag zum Schutz vor Arterienverkalkung.

Besonders hoch bewertet werden heute die so genannten Omega-3-Fettsäuren. Zahlreiche Forschungsergebnisse belegen inzwischen ihren gesundheitlichen Nutzen. Vor allem fettreicher Seefisch enthält große Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Auch Rapsöl ist eine gute Quelle und wird vor allem aus diesem Grund für eine ausgewogene Ernährung empfohlen.

 

Das Verhältnis ist wichtig

Neben den Omega-3-Fettsäuren gibt es eine weitere Gruppe von Fettsäuren, die für den Menschen lebensnotwendig sind: die Omega-6-Fettsäuren. Ihre wichtigste Vertreterin, die Linolsäure, ist in vielen pflanzlichen Ölen wie Distel- oder Sojaöl in großen Mengen enthalten. Lange Zeit haben die Wissenschaftler zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Omega-6-Fettsäuren gesetzt. Heute weiß man, dass ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren eher ungünstig ist. Gleichzeitig scheint das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren ganz entscheidend zu sein.

Es ist also wie so oft im Leben: Viel hilft nicht immer viel. Es kommt auch auf die richtige Dosis an. Im Rapsöl sind Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in nahezu optimaler Relation enthalten. Ein regelmäßiger Verzehr von Rapsöl kann helfen, das Gesamtverhältnis unserer Ernährung deutlich zu verbessern.